Interview mit Monika Kentzler
zum Projekt HyFLEET:CUTE

Die Diplom-Ingenieurin Monika Kentzler arbeitet im Daimler-Kompetenzzentrum Brennstoffzelle. Zugleich koordiniert sie das von 2006 bis 2009 laufende EU-Projekt HyFLEET:CUTE, in dessen Rahmen die Dauererprobung von 33 Citaro-Brennstoffzellenbussen fortgesetzt und die nächste Generation von Brennstoffzellenbussen entwickelt wird.
Die Versorgung mit Wasserstoff gilt als Achillesferse der Brennstoffzellenantriebe. Was wird im Rahmen von HyFLEET:CUTE unternommen, um die derzeit noch mangelnde Infrastruktur zu verbessern?
Im Rahmen von HyFLEET:CUTE werden zehn Tankstellen betrieben. Diese basieren auf unterschiedlichen Technologien. Die Betriebserfahrungen werden bei den Tankstellenlieferanten für die Weiterentwicklung der Komponenten genutzt.
Aus welchen Quellen wird der Wasserstoff zukünftig stammen?
Das wird vom Standort der Tankstelle, den dort verfügbaren Ressourcen und den entsprechenden Rohstoff-/Energie-Kosten abhängig sein. Es wird in naher Zukunft nicht nur eine einzige Quelle für Wasserstoff geben. Gerade auch in der Vielfalt der Energiequellen für Wasserstoff liegt ein Vorteil des Kraftstoffs.
Auf welche Resonanz stößt die Einführung der Wasserstofftechnologie in der breiten Öffentlichkeit?
Die Rückmeldungen sind sehr positiv. In Hamburg zum Beispiel haben Passagiere den Dieselbus vorbeifahren lassen, um auf den Brennstoffzellenbus zu warten. Natürlich bedarf eine neue Technologie auch der Erklärung. Die Herausforderung besteht noch darin, Berührungsängste bei den Endverbrauchern abzubauen und das Bewusstsein für Wasserstoff als sicheren Kraftstoff zu schaffen.
Gibt es bei der Entwicklung von Brennstoffzellenantrieben Synergieeffekte zwischen der Pkw- und der Omnibusentwicklung?
Gerade bei der Entwicklung der nächsten Generation ist genau dies ein Anliegen. Daher werden im Brennstoffzellenbus der nächsten Generation zwei derselben Brennstoffzellensysteme verwendet wie in der B-Klasse. Durch den Linieneinsatz der Busse von täglich mehr als zehn Stunden können so zusätzliche wertvolle Erfahrungen für die Weiterentwicklung dieser Brennstoffzellenkomponenten gesammelt werden.
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