Stellungnahme der Verwaltung zu den Gegenanträgen zur Hauptversammlung 2005
Vorstand und Aufsichtsrat halten an ihren Beschlussvorschlägen zur Tagesordnung fest und nehmen zu den Gegenanträgen wie folgt Stellung:
Konzernstrategie
Die eingeschlagene Konzernstrategie werden wir konsequent weiterverfolgen. Es bleibt unser Ziel, mit unseren starken Marken weltweit vertreten zu sein und unseren Kunden innovative Fahrzeuge auf höchstem technologischen Niveau anzubieten. Gerade das Jahr 2004 hat gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind: Wir konnten unterschiedliche Zyklen in den Geschäftsfeldern und auch unterschiedliche regionale Entwicklungen auf Konzernebene nicht nur ausgleichen, sondern in Summe ein Ergebniswachstum erzielen.
Unsere globale und starke Präsenz in allen wichtigen Automobilmärkten gibt uns die Möglichkeit, auch außerhalb der Triade Nordamerika, Westeuropa und Japan am dynamischen Marktwachstum der Märkte in den Schwellenländern zu partizipieren. Dadurch können wir über steigende Stückzahlen unsere Kostenposition nachhaltig verbessern.
Mit exzellenten, auf die Kundenerwartungen zugeschnittenen Produkten wollen wir unsere Marktposition in den angestammten Segmenten ausbauen und zusätzliche Nachfrage in neuen Nischen und bestimmten Segmenten schaffen. Beispielhaft hierfür sind faszinierende Fahrzeuge wie der SLK und der CLS von Mercedes-Benz, der Chrysler 300C oder die weiterentwickelten Lkw Atego und Axor, die wir im Jahr 2004 erfolgreich auf den Markt gebracht haben. Zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, die diese Fahrzeuge erhalten haben, unterstreichen die herausragende Position unserer Produktpalette.
Die Entscheidung bezüglich eines weiteren finanziellen Engagements bei Mitsubishi Motors (MMC) war Gegenstand einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung in der zweiten April-Hälfte des letzten Jahres. Nach intensivem Meinungsaustausch beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat an der von MMC geplanten Kapitalerhöhung nicht teilzunehmen, die laufenden Allianzprojekte aber so weit wie möglich fortzuführen.
Vorstands- und Aufsichtsratsangelegenheiten
Bei der Darstellung der Vergütung des Vorstandes im Geschäftsbericht haben wir diese in fixe und variable Bestandteile sowie in Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung aufgeteilt. Diese Angaben sind wesentlich für die Beurteilung, ob die Aufteilung der Vergütung in garantierte und erfolgsabhängige Teile angemessen ist und ob von der Vergütungsstruktur die beabsichtigte Anreizwirkung für den Vorstand ausgeht. Da es sich beim Vorstand um ein Kollegialorgan handelt, kommt es entscheidend auf die Anreizwirkung für das Gesamtorgan, nicht auf jene für einzelne Vorstandsmitglieder an. Im Übrigen droht eine individualisierte Angabe zu einer Nivellierung leistungs- und aufgabenbezogener Vergütungsdifferenzen zu führen.
Bei der Auswahl eines Kandidaten zur Nachwahl in den Aufsichtsrat standen die Erfahrung und Kompetenz des Kandidaten ebenso im Vordergrund wie der Wunsch, die internationale Besetzung des Aufsichtsrats zu berücksichtigen, da dies die strategische Ausrichtung des Unternehmens widerspiegelt. Herr Lagardère erfüllt durch seine früheren und aktuellen Positionen in den USA und Frankreich und als Mitglied des Aufsichtsrats anderer europäischer Großunternehmen diese Anforderungen in höchstem Maße.
Mit den personellen Entscheidungen auf Vorstandsebene im Jahr 2004 hat der Aufsichtsrat die Rahmenbedingungen für eine kontinuierliche Führung der DaimlerChrysler AG geschaffen.
Beschäftigung / Personalthemen
Mit der von Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat geschlossenen Vereinbarung „Zukunftssicherung 2012“ verfolgt DaimlerChrysler vor allem die folgenden Ziele: Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, Stärkung der Innovationskraft, Sicherung der Beschäftigung und Erhöhung der Arbeitsflexibilität. Neben den vereinbarten Maßnahmen, die mittelfristig zu Kosteneinsparungen von jährlich € 500 Mio. führen, haben wir weitere notwendige Rahmenbedingungen geschaffen, um Produkt- und Investitionsentscheidungen für den Standort Deutschland zu ermöglichen.
Mit der Gesamtbetriebsvereinbarung zur „Förderung von Frauen“ haben wir uns bereits im November 2000 anspruchsvolle Ziele für den tariflichen Bereich an den deutschen Standorten gesteckt. Mit einem Anteil von 12,5% Frauen in der Belegschaft oder 19,5% bei Auszubildenden haben wir diese erreicht oder übertroffen. Um im Unternehmen eine breitere Basis an hoch qualifizierten Frauen zu schaffen und daraus künftig weitere Potenziale für Frauen im Management fördern zu können, haben wir in Zusammenarbeit mit Hochschulen verschiedene Projekte initiiert. Darüber hinaus fördern wir im Rahmen unserer Führungs- und Entwicklungsprozesse gezielt die Karriereentwicklung von Frauen.
Qualität bei Mercedes-Benz-Pkw
Qualität ist eines der wichtigsten Attribute der Marke Mercedes-Benz; deshalb steht unsere aktuelle Qualitätsoffensive im Mittelpunkt der Aktivitäten der Mercedes Car Group. Wir setzen dabei ein Bündel von Maßnahmen um, um Spitzenqualität auf allen Ebenen sicherzustellen — von der Fahrzeugentwicklung über die Produktion bis hin zu Vertrieb und Service. Die Qualitätsoffensive macht sich bei heute produzierten Fahrzeugen bereits deutlich bemerkbar. Die Autos, die heute unsere Fabriken verlassen, zeigen die beste Qualität, die wir jemals erzielt haben. Um auch bei allen Fahrzeugen in Kundenhand ein exzellentes Qualitätsniveau sicherzustellen, haben wir umfangreiche Maßnahmen ergriffen und werden diese weiter fortführen.
Emissionen / Diesel-Partikelfilter
DaimlerChrysler arbeitet seit langem erfolgreich an der Reduzierung der Emissionen. Mit innovativen Technologien und neuen Konzepten reduzierte DaimlerChrysler allein in Europa die Kohlendioxid-Emissionen seiner Personenwagen seit dem Jahr 1995 um 18%.
Bei unseren modernen Diesel-Pkw verringern wir nicht nur die Partikel, sondern alle relevanten Emissionen deutlich. Beispiele dafür sind die Reduzierung des Summengrenzwerts von Stickoxid und Kohlenwasserstoff seit 1995 um ca. 70% und der Partikel um über 90%. Als weltweit erste Automobilmarke wird Mercedes-Benz darüber hinaus ab Sommer 2005 alle Diesel-Personenwagen von der A- bis zur künftigen S-Klasse – in Summe sind das 30 Modelle - in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz serienmäßig mit Diesel-Partikelfilter ausrüsten. Das von Mercedes-Benz entwickelte innovative Partikelfiltersystem, das seit Herbst 2003 bereits in der C-, E- und S-Klasse verfügbar ist, arbeitet im Gegensatz zum Wettbewerb weltweit als erstes System im Pkw ohne den Einsatz von zusätzlichen Additiven und zeichnet sich durch Langlebigkeit, Alltagstauglichkeit und Beibehaltung der Wirtschaftlichkeit des Dieselmotors aus.
Unser Bestreben ist weiterhin, zukünftige Normen bereits vor ihrem Inkrafttreten zu erfüllen, um so aktiv zum Schutz der Umwelt beizutragen und gleichzeitig unseren Kunden Steuervorteile zu ermöglichen.
Unser technischer Weg zielt dabei vor allem auf das Gesamtsystem Verbrennungsmotor, da nur die gesamtheitliche Verbesserung des Verbrennungsprozesses im Motor letztlich dazu führt, dass ein Optimum der Emissionen erreicht wird. Gleichzeitig erforschen und entwickeln wir mit Hochdruck viel versprechende alternative Antriebskonzepte. Dabei stehen Hybrid- und Brennstoffzellentechnologie im Vordergrund.
Formel-1-Engagement
In der Formel 1 hat die Marke Mercedes-Benz in den letzten sieben Jahren zwei Weltmeistertitel und drei Vizeweltmeisterschaften gewonnen. Damit waren wir der erfolgreichste Großserienhersteller. Mit unserem Abschneiden im zurückliegenden Jahr sind wir nicht zufrieden. Unser Ziel für das Jahr 2005 ist es, an die positive Entwicklung in der zweiten Saisonhälfte des Jahres 2004 anzuknüpfen.
Verteidigungstechnik
Fragen zum Thema Verteidigungstechnik und Landminen haben wir in den zurückliegenden Hauptversammlungen ausführlich und vollständig beantwortet. Nach wie vor gilt die Aussage, dass DaimlerChrysler niemals Landminen produziert hat und dies auch in Zukunft nicht tun wird. Bereits in der zurückliegenden Hauptversammlung haben wir erklärt, dass uns das Kinderhilfswerk UNICEF im Juli 2003 wieder in seine Lieferantenliste aufgenommen hat. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien
Die in der Tagesordnung unter Punkt 6 vorgeschlagene Ermächtigung zum Erwerb eigener Aktien soll erneut eingeräumt werden, damit das Unternehmen die in der Tagesordnung auf Seite 15f erläuterten Möglichkeiten auch künftig bei Bedarf flexibel nutzen kann. Pläne für die Ausnutzung dieser Ermächtigung bestehen zur Zeit nicht.
Vorstand und Aufsichtsrat behalten es sich vor, zu den einzelnen Gegenanträgen in der Hauptversammlung am 6. April 2005 ausführlicher Stellung zu nehmen.
Stuttgart-Möhringen, März 2005
DaimlerChrysler AG
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