Hauptversammlung 2007
Stellungnahme der Verwaltung zu den Gegenanträgen zur Hauptversammlung 2007
Vorstand und Aufsichtsrat halten an ihren Beschlussvorschlägen zur Tagesordnung fest und nehmen zu den Gegenanträgen wie folgt Stellung:
Strategie DaimlerChrysler
Das strategische Ziel von DaimlerChrysler ist es, nachhaltig profitabel zu wachsen und damit den Unternehmenswert zu steigern. Mittelfristig wollen wir zu den erfolgreichsten Automobilunternehmen der Welt gehören. Gerade im Jahr 2006 haben wir im Hinblick auf diese Zielsetzung bei der Mercedes Car Group, bei der Truck Group und bei Financial Services beachtliche Fortschritte gemacht. Wenn wir nun hinsichtlich der Zukunft der Chrysler Group neue strategische Optionen prüfen, ist dies insbesondere vor dem Hintergrund des veränderten Wettbewerbsumfelds in den USA ein für die Zukunftssicherung notwendiger Prozess.
Situation der Chrysler Group
Die Chrysler Group hat in den vergangenen Jahren mit Nachdruck daran gearbeitet, ihr Produktangebot umfassend zu erneuern und auf sparsamere und wirtschaftlichere Fahrzeuge auszurichten. Nach zehn Fahrzeugpremieren im Jahr 2006, darunter eine ganze Reihe besonders verbrauchseffizienter Modelle, wird die Produktoffensive bis zum Jahr 2009 mit mehr als 20 neuen und 13 modellgepflegten Fahrzeugen fortgesetzt. Diese Produktoffensive wird von weitreichenden Maßnahmen zur Steigerung von Effizienz, Produktivität und Qualität flankiert. Der im Februar 2007 vorgestellte Recovery and Transformation Plan bündelt und intensiviert diese Maßnahmen im Rahmen eines umfassenden Gesamtkonzeptes zur nachhaltigen Steigerung der Profitabilität. Das Programm beinhaltet eine Kombination aus umsatzsteigernden und kostensenkenden Maßnahmen. Langfristig soll das Geschäftsmodell auf eine höhere globale Präsenz und auf eine Veränderung des Produktmixes hin zu kleineren und verbrauchsärmeren Fahrzeugen ausgerichtet werden. Durch den Ausbau von Allianzen und Partnerschaften sollen Kostenvorteile ausgeschöpft und zusätzliche Wachstumspotenziale erschlossen werden. Um den vorgestellten Recovery and Transformation Plan zu unterstützen und zu beschleunigen, prüfen wir weitere strategische Optionen, die über die bestehenden Kooperationen und Partnerschaften hinausgehen. Dabei schließen wir keine Option aus.
Umwelt und Klimaschutz
Zur weiteren Reduzierung von Verbrauch und Emissionen erforscht und entwickelt DaimlerChrysler mit Hochdruck auch viel versprechende alternative Antriebskonzepte. Neben weiterentwickelten Diesel- und Benzinmotoren sind die Hybrid- und Brennstoffzellentechnologie integrale Bestandteile unserer Antriebsstrategie.
Den Verbrennungsmotor wollen wir in den kommenden Jahren effizienter, sauberer und sparsamer machen, um so die Emissionen, unter anderem von CO2, noch weiter zu reduzieren. Dabei ist es unser Ziel, Benzinmotoren so effizient wie Diesel und Dieselantriebe so sauber wie Benziner zu machen. Ein konsequenter Schritt in diese Richtung war Anfang des Jahres 2006 die Vorstellung des weltweit ersten Ottomotors mit Piezoinjektoren und strahlgeführter Direkteinspritzung in der CLS-Klasse. Gegenüber Motoren mit konventioneller Einspritzung spart dieser 10% Kraftstoff. Und mit BLUETEC haben wir bei Nutzfahrzeugen und nun erstmals auch im Pkw ein Technologiepaket auf den Markt gebracht, das den Ausstoß aller relevanten Emissionsbestandteile des Diesels auf ein außerordentlich niedriges Niveau senkt. Darüber hinaus arbeiten wir auch mit Nachdruck an Einsatzmöglichkeiten für alternative Kraftstoffe, wie zum Beispiel Erdgas, Biodiesel und Bioethanol.
Bei der Reduzierung des Flottenverbrauchs haben wir bereits in den zurückliegenden Jahren erhebliche Erfolge erzielt: Trotz gestiegener Anforderungen im Hinblick auf Leistung, Sicherheit und hinsichtlich des Emissionsverhaltens haben wir von 1990 bis 2006 den Flottenverbrauch unserer Pkw in Deutschland um 30% verringert. Damit haben wir mehr als viele andere Autohersteller erreicht.
Als weltweit erste Automobilmarke rüstet Mercedes-Benz seit Sommer 2005 alle Diesel-Personenwagen von der A- bis zur S-Klasse sowie den Viano – in Summe sind das aktuell 49 Modelle – in den Märkten mit entsprechender Nachfrage serienmäßig mit Diesel-Partikelfilter aus. Das von Mercedes-Benz entwickelte innovative Partikelfiltersystem arbeitet weltweit als erstes System ohne den Einsatz von zusätzlichen Additiven und zeichnet sich durch Langlebigkeit, Alltagstauglichkeit und die Beibehaltung der Wirtschaftlichkeit des Dieselmotors aus.
Bei der Entwicklung des neuen smart fortwo war insbesondere auch die Minimierung der CO2-Emissionen ein Schwerpunkt. Der neue smart fortwo cdi ist mit einer CO2-Emission von lediglich 88g/km das Auto mit dem niedrigsten CO2-Ausstoß weltweit.
Qualität bei Mercedes-Benz-Pkw
Bei Mercedes-Benz arbeiten wir weiterhin mit höchster Priorität daran, die Qualität entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu verbessern. Dabei legen wir den Fokus nicht ausschließlich auf die Qualität in der Entwicklung und der Produktion, sondern auch auf die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und die Qualität unserer Dienstleistungen im Sales- und Aftersales-Bereich. Denn nur durch einen ganzheitlichen Qualitätsansatz können wir die Kundenzufriedenheit nachhaltig steigern. Die bei der Qualität bereits erzielten Erfolge spiegeln sich nicht nur in unseren internen, sondern auch in einer Vielzahl von externen Qualitätsstudien deutlich wider. Für die Zukunft erwarten wir auf Basis unser Frühindikatoren eine weitere Verbesserung der Qualität. Mittelfristig ist es unser Ziel, im Wettbewerb die Nummer 1 zu werden.
Personal und Beschäftigung
Um die Wettbewerbsfähigkeit von DaimlerChrysler nachhaltig zu sichern, setzen wir in allen Bereichen des Unternehmens Programme zur Steigerung der Effizienz um: So zum Beispiel das neue Managementmodell für alle administrativen Bereiche im Konzern, das Programm CORE bei der Mercedes Car Group oder den im Februar 2007 vorgestellten Recovery and Transformation Plan bei der Chrysler Group. Dabei ist es unvermeidbar, die Personalkapazitäten an die Entwicklung der Produktivität und der Absatzvolumina anzupassen.
Diversity Management ist eine wesentliche strategische Initiative bei DaimlerChrysler. Als global agierendes Unternehmen wissen wir um den Nutzen einer vielfältig zusammengesetzten Belegschaft. Produktinnovation, Marktorientierung und eine erfolgreiche Positionierung im Wettbewerbsumfeld werden durch die Zusammenarbeit von Menschen mit den verschiedensten Talenten und unterschiedlichen Geschlechts nachhaltig gefördert.
Ein wesentlicher Baustein unseres Diversitiy Management ist die Förderung von Frauen auf allen Ebenen, insbesondere in Führungspositionen. Hierzu haben wir auf den vier folgenden Gebieten Maßnahmen ergriffen: Personalentwicklung, Veränderungsmanagement, Personalpolitik sowie Beruf und Familie. Mit hoher Priorität führen wir Mentoring-Programme für Frauen durch, stärken das Wissen und die Sensibilität aller Führungskräfte in Diversity-Workshops und bauen die Möglichkeiten für flexible Arbeitszeitgestaltung weiter aus. Darüber hinaus werden wir in den nächsten Jahren ca. 300-350 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze für Kleinkinder an unseren deutschen Standorten einrichten. Für den Anteil von Frauen auf allen Ebenen haben wir Zielkorridore mit einer Laufzeit bis zum Jahr 2010 definiert.
Managementvergütung in Form von Aktienoptionen
Im Rahmen des Vergütungssystems für das Management verfolgen wir das Ziel, unsere Führungskräfte im internationalen Vergleich gemäß ihres Tätigkeits- und Verantwortungsbereichs angemessen zu vergüten und dabei durch eine hohe Variabilität den Unternehmenserfolg sowie die persönliche Leistung deutlich und unmittelbar zu berücksichtigen. Deshalb beinhaltet die Vergütung des Managements auch eine aktienorientierte Vergütungskomponente mit langfristiger Anreizwirkung.
Bei der Weiterentwicklung der aktienorientierten Vergütung haben wir den Stock Option Plan durch eine Vergütungskomponente ersetzt, die neben dem Aktienkurs auch die Entwicklung weiterer Kennzahlen berücksichtigt. Der „Performance Phantom Share Plan“ basiert auf den Grundsätzen Erfolgsorientierung, Wettbewerbsbezug und Aktienbesitz und berücksichtigt so alle wesentlichen Kriterien, die in den nationalen und internationalen Corporate Governance Kodices empfohlen werden.
Eine detaillierte Beschreibung dieses Modells finden Sie auf den Seiten 120 ff des aktuellen Geschäftsberichts.
Neuwahl zum Aufsichtsrat
Der Hauptversammlung wird vorgeschlagen, Herrn Prof. Dr. Clemens Börsig (58) – gegenwärtig Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutschen Bank – als Vertreter der Aktionäre für fünf Jahre in den Aufsichtsrat zu wählen.
Herr Prof. Dr. Börsig erfüllt nicht nur alle gesetzlichen und satzungsmäßigen Anforderungen: Mit seiner in verschiedenen Branchen gewonnenen Erfahrung – u. a. durch Tätigkeit in mehreren Geschäftsleitungsgremien in der Automobilzuliefererindustrie und in der Energiewirtschaft – sowie aufgrund der in anderen Aufsichtsgremien der Wirtschaft und speziell im Bereich Finanzen & Controlling gewonnenen Expertise weist Herr Prof. Dr. Börsig ein ausgezeichnetes Qualifikationsprofil im Sinne der nationalen und internationalen Corporate Governance Anforderungen auf.
Tierschutz
Der Schutz und die artgerechte Behandlung von Tieren zählen zu den Werten, die DaimlerChrysler uneingeschränkt unterstützt. Bereits anlässlich verschiedener Hauptversammlungen haben wir erläutert, dass die DaimlerChrysler AG weder Rodeos noch Schlittenhunderennen unterstützt. Wir können aber nicht ausschließen, dass einzelne selbständige Händler, die unsere Marken vertreten, sich dabei engagieren.
Verteidigungstechnik
Fragen zum Thema Verteidigungstechnik haben wir in den zurückliegenden Hauptversammlungen ausführlich und vollständig beantwortet. Obwohl sich an den Fakten nichts geändert hat, werden dabei dieselben unzutreffenden Behauptungen seit Jahren wiederholt.
Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen, zu den einzelnen Gegenanträgen in der Hauptversammlung am 4. April 2007 ausführlich Stellung zu nehmen.
Stuttgart, März 2007
DaimlerChrysler AG
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