Hybridtechnologie – Fahrziel: Null Emission
Interview mit Andreas Renschler
Andreas Renschler ist seit Oktober 2004 Vorstandsmitglied der Daimler AG und leitet das Geschäftsfeld Daimler Trucks. Er gehört dem Unternehmen seit 1988 an. Wichtige Stationen seiner Laufbahn waren der Vorsitz der Geschäftsführung von Mercedes-Benz USI (United States International) mit dem Aufbau des Werks in Tuscaloosa (1996/1997) sowie der Vorsitz der Geschäftsführung von smart (1999-2004).
 
Was verbirgt sich hinter der Initiative Shaping Future Transportation?
Nutzfahrzeuge sind der Motor des Wirtschaftswachstums und der Globalisierung. Gerade deshalb werden wir als Weltmarktführer künftig noch umweltfreundlichere und wirtschaftlichere Fahrzeuge anbieten. Die Initiative zeigt, dass wir unsere Verantwortung gegenüber Kunden und Umwelt sehr ernst nehmen. Zugleich demonstriert sie, dass umweltfreundliche Nutzfahrzeuge von Daimler schon heute keine Prototypen mehr sind, sondern reale Fahrzeuge im Kundeneinsatz.
Was hat Daimler hier denn Konkretes vorzuweisen?
Mit über 1.100 Orion-Hybridbussen auf der Straße und bereits 1.500 Bestellungen sowie mehr als 100 Freightliner-Fahrzeugen und 200 Lkw und Bussen von Mitsubishi Fuso ist Daimler Weltmarktführer bei Nutzfahrzeugen mit Hybridantrieb. Zusammen mit den 1.500 erdgasbetriebenen Mercedes-Benz-Lkw und -Bussen ist die von Daimler bereits an Kunden ausgelieferte Flotte weltweit führend.
Welche Bedeutung messen Sie der Hybridtechnologie
für den Umweltschutz bei?
Die Hybridtechnik ist ein weiterer Schritt zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauches auf dem Weg zum Zero-Emission-Brennstoffzellenantrieb. Wir gehen davon aus, dass bei Lkw oder Bussen durch unsere Hybridtechnologie bis zu 30 Prozent Diesel eingespart werden können.
Bei Hybridfahrzeugen liegen die Anschaffungskosten aber ein Drittel höher ...
In der Tat sind bei Nutzfahrzeugkunden wirtschaftliche Aspekte ganz entscheidend bei der Akzeptanz alternativer Antriebe. Deshalb wird die Einführung von Hybridtechnologie auch einer Incentivierung bedürfen. Der Erfolg alternativer Antriebstechniken dank öffentlicher Förderung in den USA und in Japan bestätigt dies. In Europa steht diese Entscheidungsgrundlage für die Fuhrparkbetreiber leider noch aus.
Welche längerfristigen Ziele verfolgt Daimler bei hybriden Lkw?
Grundsätzlich sind das zwei Ziele: die Umwelt entlasten und Erfahrungen sammeln auf dem Weg zum Zero-Emission- Fahrzeug. Bisher ist Hybridtechnik bei Lkw für den Nahverkehr prädestiniert und entfaltet im Stop-and-Go-Betrieb ihr größtes Potenzial. Aber auch im Fernverkehr ist ihr Einsatz denkbar, etwa für Klimaanlagen. Und mit dem Fuso Canter Eco-D haben wir eine Lkw-Studie mit elektrisch betriebenem Kipper vorgestellt, die Abgas- und Lärmemissionen deutlich reduziert.
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