Interview mit Dennis L. Meadows
Die vielen Berufe, die Dennis L. Meadows (geboren 1942) ausübt, lassen sich am besten mit einem Begriff zusammenfassen: Systemdenker. Als Co-Autor des epochalen Buches „Grenzen des Wachstums“ verankerten er und seine Mitstreiter vom Club of Rome Anfang der 1970er-Jahre den Gedanken der Endlichkeit natürlicher Ressourcen und die Notwendigkeit zu nachhaltigem Handeln in den Köpfen einer großen Öffentlichkeit. Meadows systemischer und quantitativer Ansatz, zukünftige Entwicklungen zu erfassen, bestimmt seitdem die Umweltforschung.
Wo kommen Ihnen die besten Ideen in den Sinn?
Wenn ich über ein Thema lese oder mit anderen darüber spreche, das einen neuartigen Zugang benötigt, um es zu durchdringen. Und zwar vor allem dann, wenn das alltägliche Ablenkungsrepertoire wie Telefon oder E-Mail
weit weg ist.
In welcher Alltagsdisziplin würden Sie sich als „Experten“ bezeichnen?
Ich bin ein exzellenter Navigator. Regelmäßig im Frühling verbringe ich
mit Freunden eine Woche auf einem Hausboot, mit dem wir das Wasser-
straßennetz Frankreichs erkunden. Dafür die Tagesetappen auszutüfteln, das ist für mich eine große Herausforderung und bereitet mir einen Riesenspaß.
Welches Mysterium des Alltags bedarf am dringendsten einer Klärung oder Lösung?
Herauszufinden, weshalb Menschen und Institutionen die langfristigen Folgen ihres Handelns ignorieren.
Warum verbringen wir immer mehr Zeit vor dem Computer, obwohl diese immer schneller werden?
Die Zeit am PC hängt stärker von meiner Tippgeschwindigkeit ab als von der Leistung der Chips. Da Ersteres annähernd konstant geblieben ist, ich aber immer mehr Dinge per Computer erledige, sitze ich länger davor. Daher habe ich mir jetzt ein Zeitlimit verordnet, damit der PC nicht mein ganzes Leben beherrscht.
Vertrauen Sie Ihre besten Ideen einer Maschine an, oder notieren Sie Ihre Einfälle auf Papier?
Ich habe jede Menge an papierenen To-do-Listen – vom schlichten Einkaufs-
zettel bis zur Gedankenstütze für eine richtig knifflige und wichtige Aufgabe. Gelegentlich generiere ich aus meinen Papierlisten eine Computerdatei – diese schicke ich an meinen Printer und arbeite mit dem Papierausdruck weiter.
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