Finalisten: Start-Stopp-Betrieb in Brennstoffzellenfahrzeugen
Preisträger: Jörg Schütz, Hans-Frieder Walz
Brennstoffzellenfahrzeuge arbeiten so effizient wie kein anderes Antriebssystem der Welt. Mit Hochdruck arbeiten deshalb viele Teams bei Daimler daran, dieses Konzept für die Serienreife fit zu machen (siehe Beitrag Seite 54). Doch, so haben sich Fahrzeugentwickler Jörg Schütz (links im Bild) und sein Forschungskollege Hans-Frieder Walz gesagt: „Nichts ist so gut, als dass es sich nicht noch verbessern lässt“. Dieses Leitmotiv für ihre Arbeit brachte sie mit dem Projekt „Start-Stopp-Betrieb in Brennstoffzellen- fahrzeugen“ bis in die Finalrunde des Wettbewerbs. Ihr Verdienst: Sie entwickelten eine Betriebsstrategie für den innovativen Antrieb, die nicht nur bis zu elf Prozent Energie, also in diesem Fall Wasserstoff, einzusparen hilft, sondern zusätzlich für einen nervenschonenden Nebeneffekt sorgt, nämlich noch mehr Ruhe im Fahrzeug.
Nun ist ein Mercedes-Benz F-Cell von Haus aus bereits ein Leisetreter: Dem Brennstoffzellensystem ist die Geräuschkulisse eines laufenden Verbrennungsmotors schlicht artfremd. Wer es einmal selbst erlebt hat, weiß, was Jörg Schütz meint, wenn er sagt: „In einem Brennstoffzellenauto hört man Geräusche, die man noch nie in einem laufenden Wagen gehört hat, einfach weil der Motor sie übertönt.“ Eines davon verursacht der Kompressor, der Luft für die „kalte Verbrennung“ in das Antriebssystem schaufelt. Braucht das Fahrzeug – etwa weil es im Stop-and-go-Verkehr rein im Batteriebetrieb unterwegs ist oder weil es der Fahrer mit Schubenergie bergab rollen lässt – nur geringe elektrische Leistung, lässt sich das Brennstoffzellensystem bei abgeschaltetem Kompressor ähnlich wie ein Auto mit Verbrennungsmotor oder mit Hybridantrieb per Start-Stopp-Funktion in den Stopp-Modus bringen. Das spart im Fall der Brennstoffzelle nicht nur Energie, sondern bedeutet auch, dass der Kompressor Pause hat und daher das im Stillstand sonst vernehmbare Zischeln unterbleibt.