Hybridtechnologie – Fahrziel: Null Emission
Orion-Busse und Freightliner-Trucks
In Nordamerika ist die Daimler-Tochter Orion uneingeschränkter Weltmarktführer unter den Hybridbussen. Mit dem Stadtbus Orion VII HybriDrive gewann das Unternehmen seit 2003 Ausschreibungen in zahlreichen amerikanischen und kanadischen Städten von New York bis San Francisco. Inzwischen sind mehr als 1.100 dieser Fahrzeuge in bequemer Low-Entry-Bauweise jeden Tag im Einsatz. 1.500 weitere Bestellungen liegen vor. Die derzeitige Flotte der Orion-Hybridbusse legt im Jahr rund 50 Millionen Kilometer zurück.
Der Orion VII HybriDrive hat einen seriellen Hybridantrieb, bei dem der Dieselmotor ständig in Betrieb ist. Er überträgt seine Kraft auf einen Generator, der seinerseits den Elektrofahrmotor speist, der unmittelbar nach der Hinterachse angeordnet ist. Der Antrieb erfolgt auf eine konventionelle Antriebsachse mit Differenzial. Der quer im Heck eingebaute kompakte Dieselmotor mit Partikelfilter leistet 191 kW (260 PS) aus 5,9 Litern Hubraum. Die Leistung des elektrischen Fahrmotors beläuft sich auf 184 kW (250 PS), kurzfristig sogar auf 235 kW (320 PS).
Im Vergleich zu herkömmlichen Stadtbussen erreicht der Orion VII HybriDrive einen Minderverbrauch von rund 20 bis 25 Prozent. Die Partikelemissionen sinken gegenüber einem Dieselmotor ohne Partikelfilter um 90 Prozent, die Emissionen an Stickoxiden um 40 Prozent und an Kohlenmonoxiden um etwa 30 Prozent. Über die durchschnittliche Einsatzdauer von zwölf Jahren betrachtet, spart jeder Bus 75.000 Liter Diesel und vermeidet die Emission von vier Tonnen Stickoxiden und nahezu zweihundert Tonnen CO2.
Bemerkenswert ist: Die Orion-Hybridbusse stellten sich in New York zuverlässiger heraus als konventionelle Dieselbusse. Dank des elektrischen Antriebs beschleunigen sie schneller und weicher. Die Lebensdauer der Bremsen liegt doppelt so hoch, sowohl Diesel- als auch Elektromotor versprechen eine extrem lange Haltbarkeit.
In Nordamerika entwickelt die zu Daimler Trucks gehörende Marke Freightliner neben herkömmlichen Trucks auch Nutzfahrzeuge mit einem parallelen Hybridantrieb. Jüngstes Kind ist der M2 Hybrid, ein mittelschwerer Lkw mit 15 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, der zielgerichtet auf nordamerikanische Gegebenheiten zugeschnitten wurde. Dort spielen wegen vieler überirdischer Stromleitungen „Hubsteiger“ als Servicefahrzeuge eine wichtige Rolle. Deshalb nutzt Freightliner den elektrischen Teil des Antriebs nicht nur als Alternative und zur Unterstützung des Fahrzeugdiesels, sondern zum abgasfreien und leisen Antrieb des Nebenaggregats für den Betrieb des Hubsteigers. Ähnliche Anwendungen, etwa Antriebe für Pumpen in Tank- oder Feuerwehrfahrzeugen, sind möglich.
Der Fahrzeugantrieb des M2 kombiniert einen kompakten Mercedes-Benz-6,4-Liter-Sechszylinder-Reihenmotor mit einer Leistung von 186 kW (252 PS) mit einem Elektromotor, der es auf eine Spitzenleistung von 44 kW und ein maximales Drehmoment von 420 Newtonmeter bringt. Die Stromversorgung erfolgt über Lithiumionenbatterien, die durch Rückgewinnung der Bremsenergie gespeist werden. Die Kraftstoffersparnis des parallelen Hybridsystems liegt im Bereich von 25 bis 30 Prozent.
Im Versuchsbetrieb bewährt sich der Freightliner M2 Hybrid seit Sommer 2006. Das Konzept des innovativen Lkw ist so überzeugend, dass Freightliner nun eine Vorserie von 150 Fahrzeugen auflegen wird.
Kurierfahrzeuge beliefern häufig Geschäfte und Privathaushalte in besonders emissionsempfindlichen Bereichen wie Wohngebieten und Fußgängerzonen. Bei nordamerikanischen Paketdiensten sind diese Fahrzeuge in großer Stückzahl unterwegs. Das Freightliner-Tochterunternehmen Freightliner Custom Chassis Corporation (FCCC) stellt jährlich Tausende Fahrgestelle für solche Lieferwagen her. Sie sind in Aufbau und Einrichtung („Walk in Van“) maßgerecht auf den typischen amerikanischen Verteilerverkehr zugeschnitten.
Eine Variante dieses Vans mit parallelem Hybridantrieb ist seit mehr als drei Jahren erfolgreich im Feldtest bei einem Großkunden im Einsatz. Die 25 Testwagen haben in dieser Zeit ausgezeichnete Resultate erzielt: große Kraftstoffersparnis und eine hohe Zuverlässigkeit, die sich in einer Verfügbarkeit von 99 Prozent ausdrückt. Aufgrund dieses Erfolgs werden nun 75 weitere Fahrzeuge ausgeliefert. Der Antrieb des Transporters mit 7,3 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht ist als Parallelsystem ausgebildet, bei dem ein 4,25-Liter-Vierzylinderdiesel mit 125 kW (170 PS) mit einem 44-kW-Elektromotor kombiniert ist. Den Strom speichern LithiuiIonenbatterien.
Download
pdf-Datei
(3.070 kB)
Zusatzinformationen online
Die mit (*) gekennzeichneten Artikel sind web-exklusive Zusatzinformationen
© 2008 Daimler AG. Alle Rechte vorbehalten.