Busse und Trucks von Mitsubishi-Fuso
Auch die japanische Marke Mitsubishi Fuso des Daimler-Konzerns setzt bei ihrem Stadtbus auf einen seriellen Hybridantrieb. Bereits seit 2004 sind fünf Fahrzeuge des Typs Aero HEV erfolgreich in drei japanischen Städten im Einsatz und haben jeweils rund 150.000 Kilometer ohne Probleme zurückgelegt.
Der quer im Heck eingebaute Dieselmotor arbeitet in einem optimierten Kennfeld und treibt einen Generator an. Dieser versorgt zwei elektrische Fahrmotoren, die unmittelbar nach der Hinterachse angeordnet sind und ihr Drehmoment über ein Spezialgetriebe auf eine Portalachse weiterleiten. Bei den Batterien auf dem Dach handelt es sich wie bei allen modernen Hybridfahrzeugen um Lithiumionenakkus.
Ende September 2007 hat Mitsubishi Fuso unter der Bezeichnung Aero Star Eco Hybrid die zweite Generation des Busses vorgestellt. Die Antriebstechnik basiert jetzt auf einem kompakten Vierzylinder-Dieselmotor mit nur 4,9 Liter Hubraum. Er leistet 132 kW (180 PS) und dient ausschließlich zur Stromerzeugung. Der vom Diesel angetriebene, schnell laufende Generator beliefert seinerseits zwei Elektromotoren mit jeweils 79 kW.
Bei Ampelstopps und an Haltestellen schaltet sich der Dieselmotor des Low-Entry-Busses mit 65 Sitzplätzen automatisch ab. Deshalb werden die Türen und die Nebenaggregate wie Lenkhelfpumpe, Luftkompressor und Klimaanlage elektrisch betrieben. Auch das Anfahren erfolgt rein elektrisch, der Dieselmotor schaltet sich erst ab mittleren Geschwindigkeiten zur Stromerzeugung zu. Beim Bremsen wird die kinetische in elektrische Energie umgewandelt und den Batterien zugeführt (Rekuperation).
Bereits 1973 hat Mitsubishi Fuso einen batteriebetriebenen Stadtbus vorgestellt. 1994 führte das Unternehmen ein System zur Rückgewinnung von Bremsenergie ein. Zu den umweltschonenden Fahrzeugen zählt auch ein 2000 präsentierter Citybus mit Erdgasantrieb.
Den bisher größten Erfolg eines Lkw mit Hybridantrieb hat der Mitsubishi Canter Eco Hybrid erzielt. Im Sommer 2006 vorgestellt, sind bisher rund 200 Einheiten des leichten Lkw vom Band gelaufen. Der Canter Eco Hybrid erfüllte als erster Leicht-Lkw die neuen strengen Abgasbestimmungen in Japan und überzeugt außerdem durch einen sehr niedrigen Kraftstoffverbrauch, der rund 20 Prozent unter dem eines vergleichbaren Dieselantriebs liegt.
Basis des Antriebs ist ein Drei-Liter-Vierzylinderdiesel mit einer Leistung von 92 kW (125 PS) und einem Drehmoment von 294 Nm – in Relation zum Gesamtgewicht ein sehr kompaktes und leichtes Triebwerk. Es verfügt über Abgasrückführung und einen Partikelfilter. Mit dem Verbrennungsmotor verbunden ist ein 35-kW-Elektromotor, der beim Bremsen als Generator dient. Gespeichert wird die zurückgewonnene Bremsenergie in Lithiumionenbatterien mit einer Kapazität von 1,9 kWh.
Der Canter Eco Hybrid wechselt seinen Betriebsmodus abhängig von der Fahrsituation. Zum Anfahren wird der Elektroantrieb genutzt. Bei starker Beschleunigung schaltet sich der Dieselmotor zu. Er übernimmt den Antrieb, wenn der Lkw mit gleichmäßigem Tempo rollt. Eine Start-Stopp-Funktion schaltet bei stehendem Fahrzeug im Leerlauf den Motor ab. Mit einem Fahrzeuggewicht von 2,9 Tonnen und einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 7,5 Tonnen verfügt der Eco-Canter trotz Hybridantrieb über eine hohe Nutzlast.
Wegen seines Erfolgs in Japan tritt der Canter Eco Hybrid nun auch den Weg nach Europa an. Die ersten von zehn Fahrzeugen haben bei einem Kunden in Großbritannien den Testbetrieb aufgenommen, der drei Jahre laufen soll. Der Antriebstrang entspricht technisch dem japanischen Vorbild. Die Fahrzeuge sind jedoch auf die gesetzlichen Anforderungen in Europa abgestimmt, und die Motoren wurden auf die europäischen Abgasbestimmungen ausgelegt.
Auf der Tokyo Motor Show 2007 stellte Mitsubishi Fuso die erste Hybrid-Konzeptstudie eines Lkw-Kippers auf Basis des Canter vor. Herausragendes Merkmal des Canter Eco-D ist der elektrisch angetriebene Kipper des Aufbaus. Durch den Elektroantrieb entstehen deutlich weniger Geräusche und Abgase, da die benötigte Energie aus den Batterien bezogen wird und der Dieselmotor während der Kippvorgänge abgeschaltet bleibt. Denkbar ist auch der Antrieb anderer Zusatzkomponenten wie Kranaufbauten und Hubsteiger. Beim Fahrzeugantrieb kommt unverändert das Parallelkonzept des Canter Eco Hybrid zum Einsatz.