Donnerstag, 27. Juli 2006 – DaimlerChrysler Zwischenbericht über das 2. Quartal 2006
 
Konzernlagebericht
  • Konzern-Operating Profit um 11% auf 1,9 Mrd. € gestiegen
  • Konzernergebnis von 1,8 (i. V. 0,7) Mrd. €
  • Ergebnis je Aktie von 1,77 (i.V. 0,73) €
  • Konzernergebnis und Ergebnis je Aktie durch Bewertungsertrag von 0,8 Mrd. € bzw. 0,78 € aus Finanzgeschäften zur Kurssicherung von EADS-Anteilen beeinflusst
  • Umsatz mit 38,6 Mrd. € auf Vorjahresniveau
  • Für Gesamtjahr 2006 weiterhin Operating Profit von über 6 Mrd. € erwartet
Insgesamt positive Entwicklung von Weltwirtschaft und Automobilkonjunktur
Die Weltwirtschaft hat sich auch im zweiten Quartal weiter positiv entwickelt; die Wachstumsrate war allerdings geringer als im ersten Quartal. Ursachen hierfür waren steigende Zinsen und die weiterhin hohen und zum Teil sogar nochmals gestiegenen Rohstoffpreise. Eine konjunkturelle Abschwächung gegenüber dem ersten Quartal 2006 war in den USA und in Japan festzustellen. Diese wurde durch eine leichte Belebung in Westeuropa und eine anhaltend positive Entwicklung in den Schwellenländern teilweise kompensiert.
Auf den weltweiten Automobilmärkten setzte sich die robuste Nachfrageentwicklung fort. Trotz nochmals gestiegener Ölund Kraftstoffpreise entwickelte sich der globale Automobilabsatz positiv. Während in Westeuropa die Nachfrage nach Pkw und Nutzfahrzeugen zunahm, war in den USA und Japan das Marktvolumen geringer als im Vorjahr. In den USA litten insbesondere die Fahrzeugsegmente Minivans, Geländewagen und leichte Nutzfahrzeuge unter den hohen Kraftstoffpreisen; dagegen wuchs das Pkw-Segment. Die Schwellenländer Asiens wiesen erneut deutliche Zuwachsraten auf. Das Nutzfahrzeuggeschäft verzeichnete weltweit vor allem im Segment schwerer Lkw eine positive Nachfrageentwicklung.
Umsatz auf Vorjahresniveau
Der Absatz von DaimlerChrysler lag im zweiten Quartal mit 1,3 Mio. abgesetzten Fahrzeugen unter dem Niveau des Vorjahres (-3%).
Die Mercedes Car Group konnte ihren Absatz um 6% auf 325.500 Fahrzeuge steigern und an die positive Entwicklung des ersten Quartals anknüpfen. Die Chrysler Group lieferte im zweiten Quartal 761.700 (i. V. 812.200) Pkw und leichte Nutzfahrzeuge an die Händler aus. Der Absatz der Truck Group erreichte mit 138.600 Lkw annähernd den hohen Wert des Vorjahres (-2%). Der Bereich Mercedes-Benz Transporter setzte weltweit 65.600 (i. V. 72.300) Einheiten ab, und der Bereich Busse konnte um 9% auf 10.300 Busse und Fahrgestelle zulegen. Das Geschäftsfeld Financial Services steigerte sein Neugeschäft um 9% auf 14,1 Mrd. € und das Vertragsvolumen um 1% auf 115,3 Mrd. €.
Der Konzernumsatz lag mit 38,6 Mrd. € auf Vorjahresniveau.
 
Konzern-Operating Profit durch positive Ergebnisentwicklung bei der Mercedes Car Group geprägt
DaimlerChrysler konnte den Operating Profit im Vergleich zum Vorjahresquartal um 11% auf 1.857 Mio. € steigern.
Die Ergebnisverbesserung war maßgeblich durch den deutlichen Anstieg des Operating Profit bei der Mercedes Car Group geprägt. Die Truck Group und Financial Services haben ihre operativen Ergebnisbeiträge ebenfalls gesteigert. Insgesamt konnte hierdurch der Ergebnisrückgang bei der Chrysler Group mehr als ausgeglichen werden.
Der Rückgang des Operating Profit im Segment Van, Bus, Other steht überwiegend im Zusammenhang mit zentral berücksichtigten Aufwendungen von 145 Mio. €, die im Rahmen der Umsetzung des neuen Managementmodells im zweiten Quartal 2006 entstanden sind. Diese Aufwendungen resultierten aus Personalanpassungsmaßnahmen in den Verwaltungsbereichen des Konzerns.
Wechselkurseffekte durch im Vergleich zum Vorjahr ungünstigere Währungssicherungskurse haben den Operating Profit in der Berichtsperiode insgesamt nur leicht belastet.
Die Ergebnisentwicklung des Konzerns war durch die in der
nachfolgenden Tabelle dargestellten Sonderfaktoren beeinflusst:
Im zweiten Quartal erwirtschaftete die Mercedes Car Group einen Operating Profit von 807 (i. V. 12) Mio. € und erzielte damit eine deutliche Ergebnisverbesserung. Dieser Ergebnisanstieg ist auf ein höheres Absatzvolumen (+17.400 Fahrzeuge) und einen verbesserten Modell-Mix durch die volle Verfügbarkeit der neuen S- und M-/R-Klassen zurückzuführen. Im Rahmen des Programms CORE wurden weitere wichtige Effizienzsteigerungsmaßnahmen realisiert. Diese wirkten sich im Ergebnis ebenfalls deutlich positiv aus.
Die planmäßigen Personalanpassungen bei Mercedes-Benz Pkw im Rahmen des Programms CORE führten zu weiteren Aufwendungen von 20 Mio. €. Bis zum Ende des zweiten Quartals haben bisher über 8.300 Mitarbeiter freiwillige Ausscheidensvereinbarungen getroffen bzw. Regelungen zur Frühpensionierung in Anspruch genommen. Darüber hinaus belastete die Einstellung des smart forfour den Operating Profit noch mit 13 Mio. €; im Vorjahresquartal waren im Zusammenhang mit der Neuausrichtung des Geschäftsmodells von smart Aufwendungen von 311 Mio. € angefallen.
Die Chrysler Group erzielte im zweiten Quartal 2006 einen Operating Profit von 51 Mio. € gegenüber 544 Mio. € im Vorjahresquartal.
Der Ergebnisrückgang stand vor allem im Zusammenhang mit rückläufigen Fahrzeugauslieferungen an die Händler, einem höheren Anteil von Fahrzeugverkäufen an Flottenbetreiber und einer insgesamt negativen Nettopreisentwicklung.
Die Truck Group konnte das operative Ergebnis im zweiten Quartal um 34% auf 551 Mio. € steigern.
Der verbesserte Modell-Mix und die im Rahmen des Global Excellence Programms umgesetzten Effizienzsteigerungsmaßnahmen haben zu diesem Ergebnisanstieg beigetragen. Höhere Aufwendungen im Rahmen neuer Fahrzeugprojekte sowie für die Erfüllung zukünftiger Emissionsvorschriften konnten hierdurch mehr als ausgeglichen werden.
Das Geschäftsfeld Financial Services erzielte einen Operating Profit von 422 (i. V. 385) Mio. €.
Zu diesem Ergebnisanstieg haben das gestiegene Geschäftsvolumen sowie die positive Ergebnisentwicklung von Toll Collect beigetragen. Die Belastungen durch das gestiegene Zinsniveau konnten dadurch kompensiert werden.
Der Operating Profit des Segments Van, Bus, Other lag im zweiten Quartal 2006 bei 159 (i. V. 277) Mio. €; darin enthalten sind Aufwendungen von 145 Mio. € im Zusammenhang mit dem neuen Managementmodell, die für Personalanpassungen in den Verwaltungsbereichen anfielen.
Die Bereiche Transporter und Busse erwirtschafteten im zweiten Quartal jeweils positive Ergebnisse. Bei Mercedes-Benz Transporter war der Operating Profit durch die Einführung des neuen Sprinter belastet. Das Ergebnis des Bereichs Busse wurde durch einen höheren Absatz und die erzielten Effizienzsteigerungen positiv beeinflusst.
Ebenfalls positiv entwickelte sich der Ergebnisbeitrag von EADS, der insbesondere durch höhere Airbus-Auslieferungen mit 231 Mio. € über dem Vorjahresniveau von 154 Mio. € lag.
Der Operating Profit des Vorjahres enthielt einen Ergebnisbeitrag des Off-Highway-Geschäfts in Höhe von 45 Mio. €, das im ersten Quartal 2006 an den schwedischen Finanzinvestor EQT verkauft wurde.
Das Finanzergebnis belief sich im zweiten Quartal auf 845 (i. V. -138) Mio. €. Darin enthalten ist ein Anstieg des Beteiligungsergebnisses um 165 Mio. € auf 177 Mio. €, der vor allem auf höhere Ergebnisbeiträge unserer at-equity bilanzierten Beteiligungen zurückzuführen ist. Das Zinsergebnis lag mit -101 Mio. € leicht unter dem Niveau des Vorjahres (i. V. -84 Mio. €). Das Übrige Finanzergebnis stieg um 835 Mio. € auf 769 Mio. €. Dieser Anstieg steht im Zusammenhang mit zwei Finanztransaktionen zur Kurssicherung von EADS-Anteilen. Diese wurden im April 2006 für einen EADS-Anteil von 7,5% und im Juli 2004 für einen EADS-Anteil von 2,7% abgeschlossen. Auf Basis der vertraglichen Vereinbarungen, EADS-Aktien ab dem Jahr 2007 zu bestimmten Sicherungskursen veräußern zu können, entstanden aufgrund des Kursrückgangs der EADS-Aktie im zweiten Quartal 2006 Bewertungserträge in Höhe von 588 Mio. € (für den 7,5%-Anteil) und von 226 Mio. € (für den 2,7%-Anteil). Kursveränderungen der EADS-Aktie werden auch künftig infolge der Marktbewertung dieser Derivate das Ergebnis beeinflussen.
Das Konzernergebnis belief sich auf 1.810 (i. V. 737) Mio. €. Die Marktbewertung der Finanztransaktionen zur Kurssicherung von EADS-Anteilen wirkte sich mit insgesamt rund 800 Mio. € (nach Steuern) im Konzernergebnis aus.
Das Ergebnis je Aktie betrug 1,77 € gegenüber 0,73 € im Vorjahresquartal.
Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit in Höhe von 5,8 Mrd. € war gegenüber dem des Vorjahreszeitraums (7,0 Mrd. €) rückläufig. Der Rückgang stand insbesondere im Zusammenhang mit gestiegenen vorratsbezogenen Forderungen aus Finanzdienstleistungen. Darüber hinaus belasteten Abfindungszahlungen aus den Maßnahmen zur Personalanpassung bei der Mercedes Car Group (0,7 Mrd. €), Zahlungen im Zusammenhang mit der Neuausrichtung bei smart sowie höhere Steuerzahlungen den Cash Flow der Geschäftstätigkeit. Gegenläufig ergab sich ein Anstieg im Finanzdienstleistungsgeschäft, der auf einen höheren Anteil an Operate-Lease-Verträgen zurückzuführen ist. Die Entwicklung des Working Capital führte ebenfalls zu einem höheren Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit. Die Vorratsbestände und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen stiegen gegenüber dem Vorjahr deutlich geringer, so dass negative Effekte aus den Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen mehr als kompensiert werden konnten.
Der Anstieg des Cash Flow aus der Investitionstätigkeit um 2,5 Mrd. € auf 7,2 Mrd. € war neben dem Anstieg der Vermieteten Gegenstände auf die Entwicklung der Forderungen aus Finanzdienstleistungen gegen Endkunden zurückzuführen. Hierbei wirkten vor allem geringere Zahlungseingänge auf bestehende Forderungen sowie geringere Erlöse aus dem Verkauf dieser Forderungen. Die Zahlungsabflüsse für neu abgeschlossene Finanzierungsverträge waren hingegen rückläufig, konnten aber die vorgenannten Effekte nicht kompensieren. Die Investitionen in Sachanlagen lagen leicht über dem Niveau des Vorjahres. Infolge der höheren Erlöse aus dem Verkauf von Beteiligungen resultierte ein gegenüber dem Vorjahr geringerer Cash Flow aus der Investitionstätigkeit. Wesentliche Ursache war der Verkauf des Off-Highway-Geschäfts, aus dem sich ein Mittelzufluss von rund 0,8 Mrd. € ergab. Aus den höheren Netto- Erlösen aus dem Verkauf von Wertpapieren (i. V. Netto-Käufe) ergab sich ebenfalls ein geringerer Cash Flow aus der Investitionstätigkeit.
Aus dem Cash Flow der Finanzierungstätigkeit ergab sich im Berichtszeitraum ein Mittelabfluss von 0,6 Mrd. €. Dieser resultierte vor allem aus der Ausschüttung der Dividende für das Geschäftsjahr 2005, der in geringerem Umfang ein Mittelzufluss aus der Aufnahme (netto) von Finanzverbindlichkeiten gegenüberstand. Im Vorjahreszeitraum wirkte neben der Ausschüttung der Dividende die Rückzahlung (netto) von Finanzverbindlichkeiten.
Der Bestand an Zahlungsmitteln mit einer Laufzeit bis zu drei Monaten verminderte sich gegenüber dem 31. Dezember 2005 unter Berücksichtigung von Wechselkurseffekten um 2,3 Mrd. €. Die Liquidität, zu der auch die länger laufenden Geldanlagen und Wertpapiere gehören, konnte aufgrund optimierter Prozesse im Liquiditätsmanagement von 12,6 Mrd. € auf 9,6 Mrd. € abgesenkt werden.
Die Bilanzsumme verminderte sich gegenüber dem 31. Dezember 2005 um 6,0 Mrd. € auf 195,6 Mrd. €. Bereinigt um Wechselkurseffekte von 8,9 Mrd. € hätte sich ein Anstieg um 2,9 Mrd. € ergeben, der im Wesentlichen aus der Ausweitung des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts resultiert.
Die Vermieteten Gegenstände und Forderungen aus Finanzdienstleistungen betragen insgesamt 95,8 (31. Dezember 2005: 95,3) Mrd. € und damit 49% der gesamten Aktiva. Dabei wurde der Anstieg des Portfolios aus Operate-Lease- und Absatzfinanzierungsverträgen teilweise durch Effekte aus der Währungsumrechnung kompensiert. Die Vorräte sind, bereinigt um den Einfluss der veränderten Wechselkurse, gestiegen. Dies resultierte ebenso wie der Anstieg der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen aus dem unterjährigen Produktionsverlauf. Die Veränderung der Sonstigen Vermögenswerte ist im Wesentlichen auf einen Anstieg der positiven Marktwerte von derivativen Finanzinstrumenten zurückzuführen. Diese Finanzgeschäfte wurden zur Absicherung von Währungsrisiken sowie zu Kursabsicherungen von EADS-Anteilen abgeschlossen.
Die Rückstellungen gingen hauptsächlich aufgrund von Wechselkurseffekten zurück, die auch geringere Rückstellungen für derivative Finanzinstrumente zur Folge hatten. Weiterhin hat sich der Verbrauch von Garantierückstellungen ausgewirkt. Gegenläufig ergab sich ein Anstieg im Zusammenhang mit der Einstellung des smart forfour und aufgrund der geplanten Personalanpassungsmaßnahmen im Rahmen der Umsetzung des neuen Managementmodells. Darüber hinaus stiegen die Rückstellungen für Verkaufsaufwendungen. Die Veränderung der Finanzverbindlichkeiten war nahezu ausschließlich wechselkursbedingt. Bereinigt um diese Effekte hat sich insbesondere infolge des höheren Refinanzierungsbedarfs aus dem Leasingund Absatzfinanzierungsgeschäft ein Anstieg ergeben.
Das Konzerneigenkapital zum 30. Juni 2006 in Höhe von 36,3 Mrd. € war gegenüber dem 31. Dezember 2005 nahezu unverändert. Gegenläufig zum positiven Konzernergebnis und der ergebnisneutralen Bewertung derivativer Finanzinstrumente reduzierten Effekte aus der Währungsumrechnung sowie die Ausschüttung der Dividende für das Geschäftsjahr 2005 das Eigenkapital.
Die Eigenkapitalquote lag zum 30. Juni 2006 bei 18,6% (31. Dezember 2005: 17,3%). Für das Industriegeschäft belief sich die Eigenkapitalquote auf 27,6% (31. Dezember 2005: 24,8%). Der Anstieg der Eigenkapitalquoten war im Wesentlichen auf die rückläufige Bilanzsumme und das gestiegene Konzernergebnis zurückzuführen.
 
Zum Ende des zweiten Quartals 2006 beschäftigte Daimler- Chrysler weltweit 368.321 (i.V. 388.758) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon waren 169.603 (i.V. 184.029) in Deutschland und 97.518 (i.V. 100.442) in den USA tätig.
Die Zahl der Beschäftigten verringerte sich gegenüber dem 30. Juni 2005 insbesondere aufgrund der Ende September 2005 eingeleiteten Personalanpassungen in der Mercedes Car Group (-7%) und der Veräußerung des Off-Highway-Geschäfts mit rund 7.000 Beschäftigten. Auch bei der Chrysler Group, der Truck Group und bei Financial Services lagen die Beschäftigtenzahlen unter den Werten des Vorjahres.
Die Umsetzung des neuen Managementmodells verläuft nach Plan. Am 18. Juli haben wir uns mit dem Gesamtbetriebsrat über die Modalitäten des Interessenausgleichs geeinigt. Die Organisationsstrukturen sind verabschiedet, so dass wir ab dem 1. August nach dem neuen Managementmodell arbeiten können. Der größte Teil des insgesamt geplanten Abbaus an Managementpositionen wird bereits bis zum Ende des Jahres 2006 realisiert sein.
 
DaimlerChrysler geht davon aus, dass sich die Konjunktur im weiteren Jahresverlauf leicht abschwächen wird. Weiter steigende Zinsen sowie anhaltende Belastungen durch hohe Rohstoffpreise, insbesondere durch den hohen Ölpreis, dürften zu einem schwächeren Wachstum der Weltwirtschaft führen. Aufgrund der positiven konjunkturellen Entwicklung in den ersten sechs Monaten gehen wir aber davon aus, dass das Wachstum im Gesamtjahr 2006 leicht höher ausfallen wird als im Vorjahr.
Parallel zur Entwicklung der Weltwirtschaft wird auch die Dynamik der globalen Automobilnachfrage im weiteren Jahresverlauf voraussichtlich etwas nachlassen. Für das Gesamtjahr 2006 gehen wir daher von einer Wachstumsrate in der Größenordnung des Vorjahres aus. Während für die USA als größtem Automobilmarkt von einem Marktvolumen leicht unter Vorjahresniveau auszugehen ist, dürften Westeuropa und Japan jeweils geringe Zuwächse verzeichnen. Fast alle großen Schwellenländer sollten auch in diesem Jahr zum Teil deutlich zulegen. Die globale Nutzfahrzeugnachfrage dürfte sich auch im weiteren Jahresverlauf auf hohem Niveau bewegen. Allerdings ergeben sich Risiken, falls die Preise für Rohöl und Benzin weiter steigen. Wir rechnen damit, dass der Wettbewerbsdruck in der internationalen Automobilindustrie durch die bestehenden Überkapazitäten unvermindert anhalten wird.
DaimlerChrysler erwartet für das Jahr 2006 weiterhin einen Absatz in der Größenordnung des Vorjahres (2005: 4,8 Mio. Fahrzeuge).
Die Mercedes Car Group rechnet für das Gesamtjahr 2006 mit einem Absatz mindestens auf Vorjahresniveau. Bei der Marke Mercedes-Benz gehen wir aufgrund der neuen Produkte davon aus, dass der Absatz den Vorjahreswert übertreffen wird. Der Absatz von Fahrzeugen der Marke smart wird geringer sein als im Jahr 2005. Das Effizienzsteigerungsprogramm CORE werden wir weiter konsequent umsetzen. Wir erwarten deshalb in den nächsten Quartalen weitere Ergebnisverbesserungen. Die Mercedes Car Group liegt somit voll im Plan, die für das Jahr 2007 angestrebte Umsatzrendite von 7% zu erreichen.
Die Chrysler Group geht bei einem unverändert schwierigen Marktumfeld für das Jahr 2006 von einem Absatz in der Größenordnung des Vorjahres aus. Insgesamt werden wir im Jahr 2006 zehn neue Modelle in den Markt einführen, wobei ein Großteil erst in der zweiten Jahreshälfte bei den Händlern verfügbar sein wird. Ihre Maßnahmen zur Steigerung der Produktivität, Qualität und Kundenzufriedenheit wird die Chrysler Group mit Nachdruck fortsetzen. Aufgrund der hohen Händlerbestände beabsichtigt die Chrysler Group, die Fahrzeugproduktion und die Auslieferungen an Händler im dritten Quartal zu verringern. Darüber hinaus werden die bevorstehenden Modellwechsel in den betroffenen Werken zu Produktionsausfällen führen. Weiterhin wird die Ergebnisentwicklung im zweiten Halbjahr durch die Anlaufkosten für die acht neuen Modelle belastet sein. Aus diesen Gründen erwarten wir im dritten Quartal einen Operating Loss von bis zu 0,5 Mrd. €. Aufgrund der Einführung der neuen Modelle in der zweiten Jahreshälfte rechnen wir für das vierte Quartal wieder mit einem positiven Ergebnis. Auch für das Gesamtjahr 2006 plant die Chrysler Group ein positives Ergebnis.
Die Truck Group geht für das Gesamtjahr von einem stabilen Absatz aus. Auch das Ergebnis sollte nicht zuletzt durch die Effizienzsteigerungen im Rahmen des Global Excellence Programms weiterhin ein hohes Niveau erreichen. Die Lkw-Nachfrage wird durch die bevorstehenden Emissionsneuregelungen in unseren Kernmärkten Europa, USA und Japan positiv beeinflusst. Die Truck Group ist auf diese Anforderungen sehr gut vorbereitet, nicht zuletzt als Innovationsführer in der BlueTec- Dieseltechnologie.
Das Geschäftsfeld Financial Services erwartet für die zweite Jahreshälfte eine Fortsetzung der stabilen Geschäfts- und Ergebnisentwicklung. Steigende Zinsen bleiben dabei eine Herausforderung. Durch optimierte Prozesse, höhere Effizienz, eine umfassende Marktabdeckung und eine noch engere Kooperation mit den Fahrzeugsparten und Händlern wollen wir unsere Wettbewerbsposition weiter verbessern.
Bei den Transportern gehen wir aufgrund des Modellwechsels beim Sprinter von einem geringeren Absatz als im Jahr 2005 aus. Bei den Bussen wird der Absatz voraussichtlich über dem hohen Niveau des Vorjahres liegen. Die EADS erwartet für das Jahr 2006 weiterhin einen stabilen Markt für zivile Flugzeuge, die Airbus-Auslieferungen sollten gegenüber dem Vorjahr weiter steigen.
Für den DaimlerChrysler-Konzern rechnen wir für das Jahr 2006 mit einem leichten Umsatzanstieg (2005: 149,8 Mrd. €).
Die Beschäftigtenzahl wird aufgrund der Umsetzung der eingeleiteten Personalanpassungen bis zum Jahresende weiter zurückgehen.
DaimlerChrysler erwartet für das Gesamtjahr 2006 weiterhin einen Operating Profit von über 6 Mrd. €.
Darin enthalten sind Belastungen für die Umsetzung des neuen Managementmodells (0,5 Mrd. €), für die Fokussierung auf den smart fortwo (1 Mrd. €) und für den Personalabbau bei der Mercedes Car Group (0,4 Mrd. €) sowie Erträge aus dem Abgang des Off-Highway-Geschäfts (0,2 Mrd. €), der Veräußerung nicht betriebsnotwendiger Immobilien (0,1 Mrd. €) und der Auflösung der Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen (0,2 Mrd. €).
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