Executive Message:
Dr. Thomas Weber und Prof. Herbert Kohler
 
 
Dr. Thomas Weber
Mitglied des Vorstands, verantwortlich für das
Ressort Konzernforschung und
Mercedes-Benz Cars Entwicklung
 
Sehr geehrte Leserinnen
und Leser
,
die Reduktion von Kraftstoffverbrauch in unseren Fahrzeugen und damit auch der CO2-Emissionen sind unabhängig von der besonderen öffentlichen Aufmerksamkeit, die der Klimaschutz um die Jahreswende 2006/2007 gewonnen hat, der zentrale Schwerpunkt unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für eine nachhaltige Mobilität.
 
 
Prof. Dr. Herbert Kohler
Leiter Konzernforschung und Vorentwicklung
Fahrzeugaufbau und Antrieb,
Umweltbevollmächtigter
Für uns als Erfinder des Automobils ist dabei selbstverständlich: Wir wollen auch bei nachhaltiger Mobilität ganz vorne sein. 1,7 Mrd. Euro, die wir allein in 2006 für den Umweltschutz aufgewendet haben, eine Steigerung um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sind hierfür ein klarer Beleg.
Das emissionsfreie Automobil ist das langfristige Ziel unserer „Roadmap“ zu nachhaltiger Mobilität. Diese hat drei Hauptkomponenten:
  • erstens die konsequente weitere Optimierung von Verbrennungsmotoren mit und ohne Hybridoption,
  • zweitens hochwertige und alternative Kraftstoffe,
  • drittens emissionsfreies Fahren mit der Brennstoffzelle als Langfristziel.
Die Brennstoffzelle ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch hocheffizient. Sie wird mit Wasserstoff betrieben und hat prinzipbedingt einen doppelt so hohen Wirkungsgrad wie Verbrennungsmotoren. Der Konzern hat bislang 1,5 Mrd. Euro hierfür aufgewendet und ist Pionier bei dieser Schlüsseltechnologie: Bereits 1994 haben wir das erste Brennstoffzellenfahrzeug vorgestellt. Inzwischen haben wir mit über 100 Fahrzeugen die größte Brennstoffzellenflotte aller Hersteller auf der Straße – von der A-Klasse bis zum Citaro-Bus.
Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass die Brennstoffzelle noch immer eine Technologie der Zukunft ist, bis zu deren erfolgreicher Kommerzialisierung noch einige Herausforderungen zu meistern sind. Der konsequenten, weiteren Reduzierung der Herstellungskosten gilt dabei neben technischen Herausforderungen unser Hauptaugenmerk.
Vor diesem Hintergrund wird kurz- und mittelfristig der Verbrennungsmotor nach wie vor die größten Beiträge zur Reduktion von Kraftstoffverbrauch leisten müssen. Seit 1990 haben wir den Flottenverbrauch und die CO2-Emissionen unserer Pkw in Deutschland um 30 Prozent gesenkt. Parallel dazu konnten wir in diesem Zeitraum die Abgasemissionen um mehr als 70 Prozent und den Partikelausstoß sogar um mehr als 97 Prozent vermindern. Der smart cdi emittiert mit 88g CO2 pro Kilometer weniger CO2 als jedes andere Serienauto und ist zudem das meistverkaufte 3-Liter-Auto. Das ist gut – aber wir arbeiten daran, noch besser zu werden. Unsere Strategie ist: den Diesel so sauber zu machen wie den Benziner – und den Benziner so sparsam wie den Diesel. Und tatsächlich ist das Potenzial beider Motorenkonzepte noch nicht ausgereizt. Dabei ist es mit der Reduzierung von CO2 allein nicht getan. Genauso wichtig ist die Emissionsreduktion, beispielsweise beim Dieselantrieb der weitere Abbau von Stickoxiden und Partikeln.
Besonders viel versprechende Perspektiven bei der weiteren Optimierung von Verbrennungsmotoren verbinden wir mit BLUETEC – unserer sauberen Dieseltechnologie, die wir bereits 2004 bei Nutzfahrzeugen eingeführt haben. BLUETEC reduziert alle Emissionen, besonders die letzten Schadstoffbestandteile – die Stickoxide –, die heute konzeptbedingt bei den Dieselmotoren noch über denen der sauberen Benzinmotoren liegen. BLUETEC vermindert ihren Ausstoß um bis zu 80 Prozent. Das Resultat ist der sauberste Diesel der Welt. Im April 2007 wurden diese herausragenden Eigenschaften von BLUETEC durch die Wahl zum „2007 World Green Car“ honoriert.
Die Hybridtechnik ist eine weitere Möglichkeit, Verbrennungsmotoren effizienter zu nutzen. Und auch hier brauchen wir uns nicht zu verstecken. Allerdings kommen Hybridantriebe bei uns zunächst dort zum Einsatz, wo sie am effektivsten sind: im Stadtverkehr bei Bussen, hier sind wir auch Weltmarktführer.
Zukünftig werden wir weiterentwickelte Hybridantriebe auch im Pkw-Bereich anbieten: Wir werden keine neuen Pkw mehr entwickeln, die nicht auch die Hybridoption erlauben. In Verbindung mit einem intelligenten und umfassenden Energiemanagement, das wir sowohl in unseren Benzin- als auch in unseren Dieselfahrzeugen sukzessive einführen werden, stellen wir damit eine in allen Situationen bestmögliche Gesamteffizienz unserer Fahrzeuge und deren Zukunftsfähigkeit sicher.
 
Dr. Thomas Weber
Mitglied des Vorstands, verantwortlich für das Ressort Konzernforschung & Mercedes-Benz Cars Entwicklung
 
Prof. Dr. Herbert Kohler
Leiter Konzernforschung und Vorentwicklung Fahrzeugaufbau und Antrieb, Umweltbevollmächtigter
Hinweis
Die Informationen in der Rubrik "Nachhaltigkeit" beziehen sich überwiegend auf das Berichtsjahr 2006. Sie bilden daher nicht in jedem Fall die aktuelle Situa- tion im Unternehmen ab.
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