Volkswagen und Daimler sind im Oktober 2007 bei dem in Freiberg, Sachsen, ansässigen Unternehmen CHOREN Industries GmbH als Minderheitsgesellschafter eingestiegen. Mit diesem Engagement unterstützen die beiden Automobilhersteller das auf Vergasungstechnologien spezialisierte Unternehmen bei seinem Ziel, klimafreundliche, synthetische Biokraftstoffe der zweiten Generation auf dem Markt einzuführen. Die entscheidenden Vorteile der sogenannten BTL-Kraftstoffe (für „Biomass to Liquid“) gegenüber herkömmlichem Biodiesel oder Bioethanol bestehen darin, das BTL-Kraftstoffe die Energie der gesamten Pflanze nutzen und dadurch deutlich höhere Hektarerträge erzielen. Zudem lassen sich Pflanzenreste oder Restholz nutzen, sodass die Kraftstoffproduktion nicht unmittelbar mit der Nahrungsmittelerzeugung um Flächen konkurriert. Außerdem ist das CO2-Einsparungspotenzial bei BTL-Kraftstoff deutlich höher. Derzeit baut CHOREN an seinem Heimatstandort in Sachsen die weltweit erste kommerziell betriebene BTL-Anlage im kommerziellen Maßstab auf. Ab 2008 sollen in dieser sogenannten Beta-Anlage pro Jahr 18 Millionen Liter BTL-Kraftstoff gewonnen werden – eine Menge, die für zirka 15.000 Pkw ausreicht. Der nächste Schritt ist mit der Standortsuche für eine Sigma-1 genannte BTL-Anlage ebenso getan. Deren Jahreskapazität soll dann bei 250 Millionen Liter Kraftstoff liegen. Herbert Kohler, verantwortlich für Fahrzeugaufbau, Motor und Triebstrang in der Konzernforschung und Vorentwicklung sowie Umweltbevollmächtigter der Daimler AG, sieht in BTL-Kraftstoffen „die vielversprechendste Option von regenerativen Kraftstoffen für heutige Verbrennungsmotoren“. |